85. WAWET

 

An den vom Freitag, 23. bis Sonntag, 25. März 2018 in Erlenbach am Main durchgeführten 85. WilliArbeitsWochenEndeTagen nahmen Rosi Schloßer, Jörg Autino, Günther Baumgartner, Oliver Günther, HansUeli Marti und Peter Michel teil.

 

Vorgängig gab es ein Problem mit der Anzahl freier Zimmer im City-Hotel in Erlenbach am Main. Am Donnerstagabend, 22. März 2018 kam die gute Nachricht, dass für alle WAWET-Teilnehmer Hotelzimmer zur Verfügung steht. Vielen Dank an die Familie Balonier.

 

Auf der Fahrt nach Erlenbach am Main erhielten wir einen Telefonanruf von Herrn Detlef Spatz von der Tartler Zelte AG. Er teilte mit, dass die neue Einhausung (Zeltabdeckung) für das offene Steuerhaus fertig sei. Daher fuhren wir über Lützelbach im Odenwald, um dieses neue Zelt abzuholen. Herr Spatz gab uns einen kurzen Einblick in die 90-jährige eindrückliche Geschichte der Tartler Zelte AG, einem mittelständischen echten Familienunternehmen in vierter Generation. Die ersten hergestellten Zelte hatten Holztragkonstruktionen, die mit der Zeit durch eloxierte Aluminiumprofile abgelöst wurden. Heute können Zelte bis 50 Meter Breite mit einer freitragenden Konstruktion gebaut werden. Die Firma war in der Vergangenheit für uns ein sehr zuverlässiger und innovativer Partner.

 

Im Biergartenzelt von WILLI wurde eine Einrichtung projektiert, um das Regenwasser aufzufangen und nach aussen abzuleiten, damit es bei offenen Zeltstirnwänden während der Fahrt nicht ins Schiff läuft. Danach wurde das Zelt über dem Biergarten abgebaut, und die Lukendeckel zugelegt. Das Tartler-Zelt stand ununterbrochen seit Ende April 2017, um nach den Reisen verschiedene Arbeiten am Trockenen ausführen zu können.


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Mit dem Entrosten und Streichen von 52 z-förmigen Blechstreifen wurden bereits im Sommer 2017 die ersten Vorbereitungen getroffen, um die Deckkleider wieder traditionell zu befestigen. Bis jetzt waren sie noch banal und unschiffisch mit SpanSet Zurrgurten gesichert. An Bord von WILLI soll wieder geschalmt werden, das bedeutet, die Deckkleider mittels Schalmlatten, Holzkeilen und Z-Eisen am Tennebaum zu befestigten. Diese Arbeit führten die beiden gelernten und erfahrenen Binnenschiffer, Jörg Autino und Günther Baumgartner, vor über 50 Jahren letztmals aus. Es gelang leidlich, allerdings müssen die Schalmlatten verlängert werden, was mit kleinem Aufwand möglich ist. Obwohl die Deckkleider mehrere Monate auf dem Lukendach lagen, bildete sich auf den Lukendeckeln kein Rost. Wo Wasser stehen blieb und unter den SpanSet Zurrgurten entstanden unansehnliche glitschige Algenkolonien. Zum besseren Verständnis: Das Lukendach ist regendicht. Wenn im Sommer zum Kühlen des Laderaums die Lukendeckel mit Flusswasser berieselt werden, sind zusätzlich Deckkleider (gebrauchte Tartler-Zeltplanen) erforderlich.


Die Relingdrähte wurden nachgezogen, und die Spannschrauben mit Kupferfett behandelt. Auch die beiden Schraubdeckel der Dieseltanks wurden geöffnet und mit Kupferfett eingeschmiert. Der Deckel auf der Steuerbordseite liess sich nur schwer öffnen. Eine derartige Kontrolle und Pflege wurde letztmals im April 2017 gemacht.

 

Im Steuerhaus wurden die drei Teile des Holzbodens herausgehoben. Darunter hatte sich einiges an Dreck und Spinnweben angesammelt. Es wurde alles sauber gemacht, und verschiedene Stellen des Eisenbodens sowie die Türrahmen innen mit Rostprimer neu gestrichen.

Die Situation des abgebauten Steuerhauses wurde genutzt, um den hinteren Teil der Roef zu entrostet, die alte Farbe mit Wasserschmirgelpapier anzuschleifen und braun zu lackieren - ein Experiment. Obwohl es am Tag relativ warm war, wussten wir nicht, ob der neue Farbanstrich die kalte Nacht schadlos übersteht.

 

Die neue Einhausung (Zeltabdeckung) für das Steuerhaus wurde montiert. Leider müssen noch einige Anpassungen gemacht werden, eine neue offen Baustelle.

 

Die bestehende Befestigungsschiene wurde an der neuen Kennzeichnungstafel für das Achterschiff mit der einheitlichen europäischen Schiffsnummer (ENI), dem Heimat- und Registerort sowie dem Landeskenner angebracht.

 

Vorne im Laderaum wurde eine kaputte Leuchtstoffröhrenlampe durch eine stromsparende LED-Leuchte ersetzt.

 

Für den neuen Funkmast erstellte HansUeli Marti in Heimarbeit alle erforderlichen Flansche für die beiden neuen, stromsparenden LED-Nachtlichter, das Typhonlicht, die verkürzte Schiffsfunkantenne und die GPS-Satellitenempfangsantenne. Da der Zahn der Zeit auch am Typhon nagte, und das vorhandene Presslufthorn schon ziemlich verrostet ist, spendete HansUeli ein neues Typhon aus Edelstahl. Beim Probefleuten stellten wir fest, dass der Sound des neuen Typhons leider heller ist.

 

Die beiden Nasszellenräume (WC und Dusche/WC) wurden gründlich gereinigt. Der Schrank unter dem Spültrog wurde sauber gemacht und aufgeräumt. Die Straudielen im Magazin, im Laderaum und in der Werkstatt wurden staubgesaugt, der Esstisch, der Eckbank und die Stühle gesäubert.

 

Die frisch gewaschenen Überzüge wurden auf die Matratzen aufgezogen.

 

Für die Fernbedienung des Philippi Batterietrennrelais wurde ein fehlendes Kabel in das flexible Rohr zwischen den Batteriebänken im Maschinenraum und dem Magazin eingezogen. Alle 4 Kabel wurden durch eine neu montierte Kabelverschraubung in den Elektroschrank HK220 geführt. Der Philippi Batteriemonitor zur Überwachung der Servicebatterie- und der Starterbatteriebank wurde aussen an der Elektroschranktüre befestigt und an die beiden zu den Analog-/ Digitalwandlern der 300 Ampere Mess-Shunts führenden Datenkabel angeschlossen.

 

Das Wetter meinte es an diesem 85. Arbeitswochenende gut mit uns. Die Nächte waren zwar noch kalt, am Tag war es dank Sonnenschein angenehm. 3 trockene Tage in Folge sind eher selten, das übliche WAWET-Normalwetter ist regnerisch.

 

Die 85. WilliArbeitsWochenEndeTage waren erfolgreich, es konnten einige Pendenzen abgearbeitet werden.