WILLI heisst Sie willkommen


Die >Jahresplanung< wurde am 13. Juni 2017 aktualisiert.


Mein Name ist Willi. Ich bin ein Schiff genannt „Peniche“ oder auf deutsch „Spitz“, ich bin 1909 in Deest NL erbaut worden, bin 39.36 Meter lang und 5.01 breit. Bei einem Tiefgang von 2.10 m kann ich 307.862 Tonnen Ladung transportieren, dies entspricht dem Transportvolumen von ca. 10 Lastwagen. Angetrieben werde ich durch einen Busmotor, Daimler-Benz OM 355 mit 200 PS bzw. 147 kW Leistung.

Zu meiner Geschichte: Wie gesagt, ich bin 1909 als Kanalschiff erbaut worden. Damals hatte ich noch keinen Motor und wurde durch Pferde, Lokomotiven oder durch Menschenkraft durch die Kanäle von Hafen zu Hafen gezogen. Ich überlebte den ersten und den zweiten Weltkrieg. Viele meiner Genossen wurden in diesen schweren Zeiten bombardiert und vernichtet. Ich überstand auch die grossen Wirtschaftskrisen. 1961 erhielt ich einen Motor, seither kann kann ich mich selbst fortbewegen und bin nicht mehr auf fremde Hilfe angewiesen. Dieser Motor wurde 1972 durch den heutigen ersetzt. In meinem langen Leben fuhr ich viele Kilometer kreuz und quer durch Westeuropa. In Paris habe ich den Eifelturm gesehen, ich war in Le Havre, Lyon, Marseille, Bordeaux, Strassburg, Metz, Nancy, Saarbrücken, Brüssel, Antwerpen, Rotterdam, etc. die Liste liesse sich beliebig fortsetzen. Ich könnte heute auch noch in ganz andere Gebiete fahren, aber dies ist eine andere Geschichte. 1983 verstarb mein damaliger Eigentümer als Folge einer schweren Krankheit. Ich wurde still gelegt und sollte verschrottet werden. Die Gesellschaft zur Förderung des deutschen Rheinschiffahrtsmuseum in Mannheim e.V. hörte von diesen Absichten, übernahm mich und rette mich damit vor diesem Schicksal. 1992 wurde ich an das Landesmuseums für Technik und Arbeit (LTA) (heute: Technoseum) in Mannheim übergeben. Seither liege ich mit Stahlklammern festgemacht an dem Liegeplatz am Neckar wie auf dem Bild ganz oben. Leider wurde der für mich vorgesehene Zweck als Museumsschiff, nicht mehr weiter verfolgt. Ich war zwar vor der Verschrottung gerettet, hatte aber keine Besucher und döste so Jahr für Jahr einsam vor mich hin. In den vergangenen Jahren wurde ich nicht mehr gepflegt, Vandalen bewarfen mich mit Steine und zerstörten unter anderem die Fenster und das Oberlichter, Regenwasser drang in die Wohnung ein und verursachte weitere Schäden. 2004 hörte ich die verantwortlichen Personen über eine neue, endgültige Verschrottung reden. Alternativ, könnte man vielleicht jemand finden, der noch etwas mit mir anfangen kann. Allerdings hatte ich in meinem jämmerlichen Zustand keine grosse Hoffnung, dass sich jemand für mich interessiert. Es wurde wieder ruhig um mich.